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Die Rokid Glasses zielen direkt auf Ray-Ban Meta ab - und bringen ihre eigene KI mit
Die 49 Gramm leichten Rokid Glasses bieten ein dezentes Display, On-Device-Übersetzung und einen für chinesische Konsumenten entwickelten Yunque AI-Assistenten, der sich auf den Überseeeinsatz konzentriert.

Rokid Glasses mit einem dezenten HUD-Display, das in der Linse sichtbar ist
Wenn die Rokid AR Spatial die Leistungsschau des Unternehmens ist, dann sind die neuen Rokid Glasses ihr Massenprodukt. Auf der diesjährigen Rokid Jungle-Veranstaltung in Hangzhou vorgestellt und jetzt an erste Unterstützer ausgeliefert, ist die 49 Gramm leichte Alltagsbrille das bisher deutlichste Zeichen dafür, dass die Ray-Ban Meta-Formel den Pazifik überquert hat.
Die Hardware ist bewusst dezent gehalten. Von vorne sehen die Brillen aus wie eine Wayfarer mit Titanrahmen; nur die etwas dickeren Bügel deuten auf die eingebettete Elektronik hin. In jedem Arm befindet sich ein winziges Wellenleiter-Display, das ein grünes monochromatisches HUD in den unteren rechten Bereich des Sichtfelds des Trägers projiziert. Die Akkulaufzeit beträgt bei gelegentlicher Nutzung etwa sechs Stunden, geladen wird über ein magnetisches Pogo-Pin-Gehäuse.
Eine 12-Megapixel-Kamera verarbeitet Fotos, kurze Videoclips und die Live-Übersetzungsfunktion, auf die Rokid in seinem Marketing am stärksten setzt. Richtet man die Brille auf eine japanische Speisekarte, erscheint die Übersetzung als schwebende Untertitel innerhalb einer Sekunde. Für die gängigsten Sprachpaare funktioniert sie offline, was für Reisende wichtig ist und für Datenschutzbewusste noch wichtiger.
Yunque, Rokids hauseigenes Large Language Model, treibt den Konversationsassistenten an. Fragt man nach dem Gebäude, das man gerade ansieht, liefert Yunque eine prägnante Antwort im Wikipedia-Stil. Bittet man ihn, die gerade erhaltene E-Mail zusammenzufassen, tut er dies, ohne die Nachricht an einen Drittanbieter-Cloud-Dienst zu senden. Die englische Stimme ist noch etwas steif, aber die mandaringen und kantonesischen Antworten sind ausgezeichnet.
Die Exportgeschichte macht die Rokid Glasses über den chinesischen Markt hinaus interessant. Rokid hat Vertriebsabkommen in Südostasien, am Golf und in Teilen Europas unterzeichnet und gezielt Märkte umworben, in denen Meta seine Ray-Ban-Linie noch nicht verkauft. Für 549 US-Dollar ohne Vertrag unterbieten die Brillen Ray-Ban Meta preislich und bieten gleichzeitig eine Funktion, die Meta noch immer nicht anbietet: ein echtes, auf einen Blick erkennbares Display.
Smart Glasses sollten die nächste Massenmarkt-Computerplattform sein, und jahrelang gehörte dieses Versprechen amerikanischen Unternehmen. Mit den Rokid Glasses hat ein Startup aus Hangzhou den ersten ernsthaften Herausforderer aufgebaut, der polierte Hardware, On-Device AI und ein globales Vertriebsmodell kombiniert. Meta sollte aufmerksam sein.
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