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Rokid AI Glasses: Verdeckte Aufnahmen und Datenschutzlücken geraten in die Kritik

Nutzer von Rokids Smart-Brillen filmen Berichten zufolge Personen ohne deren Zustimmung, teilen Aufnahmen online und verwenden spezielle Aufkleber, um Aufnahmeanzeigen zu deaktivieren. Dies wirft Fragen zu Datenschutzvorkehrungen und zum Missbrauch von Kamera-Wearables in der Praxis auf.

J. MARCHAND· French Korrespondent·12. Juni 2026·2 Min. Lesezeit
Eine Person, die Rokid AI Glasses in einem stilvollen Umfeld trägt, wahrscheinlich im Freien.

Illustration: Smart Glasses Daily

Rechte und Löschungen

Am 10. Juni 2026 gerieten Rokids AI Glasses in eine erhebliche Datenschutz-Kontroverse. Berichte deuten darauf hin, dass Nutzer in China die Geräte angeblich verwenden, um Personen ohne deren Wissen oder Zustimmung zu filmen, wobei das entstandene Filmmaterial dann öffentlich auf Rokids eigenen Community-Foren geteilt wird.

Einem von Gizmodo zitierten Bericht der Xiaoxiang Morning Post zufolge umfassen Beispiele Interaktionen mit Flugbegleitern von Spring Airlines, die unbemerkt aufgenommen wurden. Die Post vermerkte zudem zahlreiche weitere Fälle von nicht-einvernehmlichen Aufnahmen, die auf Rokids Community-Plattformen erschienen. Gizmodo kontaktierte Rokid für einen Kommentar zu diesen Vorfällen, erhielt jedoch vor der Veröffentlichung keine Antwort.

Eine weitere Ebene zum Datenschutzdilemma fügt hinzu, dass die Xiaoxiang Morning Post auch den Online-Verkauf von Drittanbieter-Aufklebern meldete, die dazu dienen, die Aufnahmeanzeigeleuchte von Rokid AI Glasses zu verdecken. Diese Accessoires umgehen Berichten zufolge die internen Sensoren der Brillen und verhindern, dass die LED, die die Aufnahme signalisieren soll, abgedeckt wurde. Dieses Problem spiegelt ähnliche Bedenken wider, die bei Metas Ray-Ban AI glasses aufkamen, für die ebenfalls vergleichbare licht-deaktivierende Aufkleber erhältlich sind.

Das Problem der Umgehung visueller Aufnahmeanzeigen ist nicht auf Aufkleber beschränkt. Wie die Journalistin Joanna Stern in einem kürzlichen Bericht demonstrierte, haben Einzelpersonen in den USA für die physische Modifikation von Ray-Ban Meta glasses bezahlt, speziell das Herausbohren der Anzeigeleuchte, um diskretere Aufnahmefähigkeiten zu erzielen.

Unsere Einschätzung: Die sich entwickelnde Situation mit Rokid AI glasses unterstreicht eine grundlegende Herausforderung für alle kamera-ausgestatteten Smart-Brillen. Während diese Geräte einen unbestreitbaren Nutzen bieten, schafft ihre inhärente Fähigkeit zur heimlichen Aufnahme erhebliche Datenschutzprobleme. Unternehmen müssen über grundlegende Anzeigeleuchten, die leicht zu vereiteln sind, hinausgehen und robustere technische und rechtliche Rahmenbedingungen zur Verhinderung von Missbrauch prüfen. Die langfristige Rentabilität der Branche hängt von ihrer Fähigkeit ab, Nutzervertrauen aufzubauen, und Vorfälle wie diese untergraben es schnell.

Dies ist nicht nur ein Rokid- oder Meta-Problem. Es ist ein branchenweites 'Glasshole'-Problem, das Smart-Brillen seit ihrer Einführung plagt. Von Gerichtssälen über Klassenzimmer bis hin zu öffentlichen Räumen erfordert das Potenzial für nicht-einvernehmliche Aufnahmen bessere Präventivmaßnahmen und eine stärkere öffentliche Aufklärung. Die Frage bleibt, ob Hersteller diese Datenschutzimplikationen effektiv verwalten können, um eine breitere gesellschaftliche Akzeptanz für ihre Geräte zu sichern.

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