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Mentra: Die Zukunft der Smart Glasses ist Open Source
Während Meta und Apple umzäunte Gärten anlegen, setzt Mentra darauf, dass ein offener Hardware- und Software-Stack es unabhängigen Entwicklern ermöglichen wird, die Giganten zu überflügeln.

Mentra Entwickler-Smart-Glasses auf einer Werkbank
In der Smart-Glasses-Ära haben die meisten Unternehmen den Spielplan nach zwei Spielern ausgerichtet. Meta lieferte die einzigen Mainstream-Brillen, die in der Öffentlichkeit tatsächlich getragen werden, und Apple setzte den Standard dafür, wie sich ein Premium Spatial Computer im Gesicht anfühlen sollte. Beide fesseln Entwickler an geschlossene SDKs, undurchsichtige Prüfprozesse und Umsatzbeteiligungen, die Gründer im Stillen beim Kaffee beklagen.
Mentra ist der bislang glaubwürdigste Versuch, dieses Modell auf den Kopf zu stellen. Das Startup, geboren am MIT und jetzt in San Francisco tätig, verkauft eine entwicklerfreundliche Smart-Glasses-Brille, gepaart mit einem vollständig Open-Source-Betriebssystem namens AugmentOS. Das Versprechen ist einfach: Besitzen Sie Ihre Hardware, liefern Sie Ihre Apps aus, behalten Sie Ihre Nutzer.
Auf dem Papier ist das Datenblatt bescheiden. Zwei Waveguide-Displays, eine einzelne nach vorne gerichtete Kamera, ein Mikrofon-Array und ein Akku, der für etwa vier Stunden gemischte Nutzung ausreicht. Was das Gerät auszeichnet, ist das, was fehlt - es gibt keinen App-Store-Gatekeeper, keine Telemetrie-Pipeline, die man nicht überprüfen kann, und kein obligatorisches Cloud-Konto. Entwickler flashen die Firmware auf die gleiche Weise, wie sie einen Raspberry Pi flashen.
AugmentOS ist der Punkt, an dem die Wette wirklich interessant wird. Die Laufzeit stellt Kamera-Frames, IMU-Daten und Audiostreams jeder TypeScript- oder Python-App zur Verfügung, die der Träger installieren möchte. Eine aufkeimende Community hat bereits Echtzeit-Übersetzungs-Overlays, einen Teleprompter für Redner und eine diskrete Glukosemonitor-Begleit-App ausgeliefert, die Daten von einem Dexcom-Feed abruft.
Die Risiken sind real. Ohne einen ausgereiften Consumer-Store wird Mentra wahrscheinlich nie bei einem Gelegenheitskäufer bei Best Buy landen. Akkulaufzeit und Displayhelligkeit bleiben noch weit hinter der Ray-Ban Meta zurück. Und Open-Source-Hardware hatte in der Vergangenheit Schwierigkeiten, das Designtalent anzuziehen, das Brillen eher wie Schmuck als wie Gadgets aussehen lässt.
Doch die Strategie hat eine leise Logik. Jede frühere Computerplattform - PC, Web, Mobile - fragmentierte schließlich in eine offene und eine geschlossene Schicht. Wenn Smart Glasses dem gleichen Muster folgen, positioniert sich Mentra, um die Schicht zu besitzen, auf der Hobbyisten, Forscher und Unternehmen im nächsten Jahrzehnt aufbauen wollen. Das ist ein Markt, für den es sich lohnt, das Consumer-Rennen zu verlieren.
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